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Hier bin ich. Und genau das tue ich. Ich laufe!

Nach 2006 sind wir zum 2. mal dabei in Berlin, diesmal wollen wir Haile ordentlich Druck machen. Der neue Standort der Marathonmesse ist total doof, die Ausgabe der Startnummern in der oberen Etage einer Halle, die komplett Adidas beinhaltet, war ja noch OK, aber die eigentliche Messe in den alten Industriehallen war nicht der Hit, irgendwie wirkte alles so provisorisch, mal eben hingestellt auf dem Staub der Arbeit. Trotzdem sind wir dort einige Stunden geblieben und haben „reichlich zugeschlagen“.

Sonntag, 28.9.08 - Race day -

Wie immer war frühes Aufstehen angesagt, zum Glück konnten wir schon vor 6h im Hotel frühstücken, denn wir mussten 30Min mit der S-Bahn zum Start fahren und dann noch etwas gehen.
8:00h war Treffpunkt auf der Reichstagstreppe, ein kurzes Gruppenfoto, der PV Triathlon war mit 11 Läufern vertreten, und unsere Wege trennten sich. Wir gingen langsam zum Startblock H, dem lustigsten Block, wie es in Berlin immer heißt.

Blauer Himmel über uns und tausende Läufer neben, vor und hinter uns, gibt es was größeres?

Um 9:15h schickte Joggi Löw uns auf den Weg, Berlin wir kommen. An der Goldelse wartete Harry, unser Menetscha, auf uns, die ersten Fotos wurden gemacht, Haile hatte nur einen kleinen Vorsprung. Am Ernst Reuterplatz rechts ab, Richtung Hauptbahnhof und über die Spree ins Regierungsviertel, Frau Merkel war nicht zu Hause. Hier war es teilweise so eng, dass man nur gehen konnte, aus Startblock H eine Zeit unter 4 Stunden zu laufen, wird von Jahr zu Jahr unmöglicher.

In Berlin Mitte, kurz vor dem Alexanderplatz, erreichten wir Km 10, Haile war schon weg, aber Harry wartete bei Km 15 auf uns, „links stehe ich“ hatte er uns gesagt, wo stand er? Rechts! Wir haben ihn gesehen, er uns erst, als wir gerufen haben. Nächste Etappe war Halbmarathon, so weit wären wir schon mal, von Haile nicht zu sehen.

Jetzt freuten wir uns schon auf den „wilden Eber“ einem der größten Eventpunkte beim Berlin Marathon. Ab hier, Km 28, wird der Marathon zum Marathon. Irgendwann werden die Beine müde, der Rücken wird müde, aber so ab Km 35 geht es dann wieder aufwärts.

Der Kudamm ist schnell erreicht und zieht sich endlos Richtung Gedächtniskirche.

Nur noch 7 km bis zum Ziel, wir sehen schon den Potsdamer Platz, sehr viele Zuschauer stehen jetzt an der Strecke, sie stehen da aber nur und schauen, manchmal klatscht jemand, aber es ist kein Vergleich zu New York.

Hinter dem Potsdamer Platz biegen wir links ab zum Gendarmenmarkt, das ist neu an der Strecke. Wir müssen ein paar Meter über Kopfsteinpflaster laufen, nicht sehr angenehm, aber am Ende der Straße wartet „Unter Linden“ der direkte Weg zum Ziel. Hier überholen wir plötzlich Brigitte, die arme hatte wieder Problem mit ihrem Magen, war auf Bestzeitkurs und kämpft jetzt ums ankommen.

Unter den Linden, weit vor uns ist das Brandenburger Tor, neben uns schweigende Zuschauer. Langsam kommt das Ziel näher. Zum 2. Mal laufen wir durch das Brandenburger Tor, erleben den tollen Zieleinlauf von Berlin. Unser Menetscha Harry empfängt seine Brigitte mit 30 roten Rosen vor dem Ziel, sie haben heute Hochzeitstag.

Haile hätte ja auch gratulieren können, aber man hatte vergessen ihn zu informieren.

 

Berlin 2008 war so schön, wie 2006. Ein tolles Event, dass in Deutschland was vergleichbares sucht, aber für uns war es nur ein sehr schöner Marathon, denn zwischen Berlin und New York liegt nicht nur der Atlantik. Immerhin sind wir jetzt Weltrekordler, denn ohne uns im Nacken wären die 2:03:59h nicht gefallen.

Nächsten Herbst wartet wieder Big Apple auf uns, aber wir kommen gerne zurück nach Berlin

Real Berlinmarathon 2008

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